Verbundenheit

Verbundenheit

In meiner therapeutischen Arbeit denke ich wenig in Kategorien von Abgrenzung und professioneller Distanz. Als heilsam und wirkungsvoll erlebe ich mitfühlende Verbundenheit.

In einer inneren Haltung des Mitgefühls geht mir meine Arbeit leicht, freudvoll und erfolgreich von der Hand.

Meine innere Grundhaltung meint nicht Verschmelzung, Distanzlosigkeit oder Mitleiden, die persönlichen Grenzen bleiben selbstverständlich erhalten.

Ich muss mich nicht an standardisierten Behandlungsplänen entlanghangeln noch müssen evidenzbasierte Verfahren meine Offenheit im Denken und Fühlen einschränken.

Wir alle sind miteinander verbunden und es hat eine heilsame Wirkung, sich dieser Tatsache bewusst zu werden und in dieser Bewusstheit zu leben. Die eigenen Grenzen kennen und achten verstärkt in uns die Fähigkeit zu Mitgefühl und Verbundenheit. Das Gefühl des Getrennt Seins, der Isolation, welches wir vielleicht mit etlichen Kompensationsstrategien, Anspannungen oder Süchten auszuhalten versuchen, ist ein Gefühl, das unendlich leidvoll ist.

Eine besonders wirkungsvolle Meditation, deren Ursprünge in der buddhistischen Tradition liegen, kann uns helfen, Mitgefühl und Verbundenheit wie einen inneren Muskel zu trainieren. Sie ist eine universelle Meditation und ich habe häufig erlebt, wie gut sie auch Menschen tut, die mit Religion so gar nichts am Hut haben.

Wenn du magst, probiere sie aus.

Meditation der liebenden Güte:

Möge ich sicher und geborgen sein (wiederhole den Satz in deinem Geist mehrfach, bis du beginnst, ihn wirklich zu fühlen)

Mögest du sicher und geborgen sein (stelle dir dabei eine Person vor, die mitfühlend mit dir ist oder eine Person, die leidet, wie du)

Mögest du sicher und geborgen sein (stelle dir eine neutrale Person vor, z.B. eine Kassiererin in einem Laden, den du manchmal besuchst)

Mögest du sicher und geborgen sein (hier geht es darum, dir eine für dich schwierige Person vorzustellen…gehe langsam dabei vor. Wähle zunächst eine Person, über die du dich vielleicht geärgert hast, zu der du aber wenig emotionale Verbindung hast. Nach einiger Zeit des Übens kannst du dir auch schon mal eine Person vorstellen, die dir Leid angetan hat)

Mögen alle Wesen auf diesem Planeten sicher und geborgen sein (beziehe alle Wesen auf diesem Planeten in den Kreis deiner liebenden Güte ein. Vielleicht betrachtest du dabei die Erde aus einer Perspektive aus dem Weltall)

Achtung: Diese Meditation kann eine tiefe Wirkung entfalten und dich tief berühren. Solltest du ein Trauma erlitten haben, gehe beim Üben besonders achtsam vor oder besser übe zunächst nur in Gegenwart eines:r kompetenten Therapeut:in.

Verbundenheit