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  • Embodiment – Übung: „Körperhighlights“

    Embodiment – Übung: „Körperhighlights“

    Embodiment bedeutet Verkörperung – aber wie können wir das für uns nutzen?

    Wie wir unseren Körper halten und bewegen, wird von unseren emotionalen Erfahrungen beeinflusst. Manche Menschen reagieren auf Stress im Beruf oder in Beziehungen z.B. mit einem angespannten Bauch oder einem gepressten Kiefer.

    Dieser Effekt funktioniert auch umgekehrt, es gibt eine Wechselwirkung: nehmen wir eine bestimmte Körperhaltung ein oder verändern unsere Mimik, so können wir damit bestimmte psychische Reaktionen hervorrufen. Über unsere Körperhaltung können wir unsere Gefühle positiv beeinflussen!

    Übung Körperhighlights

    Nimm dir einige Minuten störungsfreie Zeit und lege dir Schreibmaterial bereit. Nun schließe deine Augen und spüre deinen Atem im Körper. Lasse nun Raum in dir entstehen für die Highlights deiner Körpererfahrung. Denke an Erfahrungen in deinem Leben, in dem du dich in deinem Körper so richtig wohl gefühlt hast. Lasse Situationen in deinem Leben auftauchen, in denen du deinen Körper besonders kraftvoll, intensiv und lebendig gespürt hast.

    Dann öffne deine Augen und beantworte nun folgende Fragen: Wann ging es deinem Körper besonders gut? Wann hat dein Körper etwas Außergewöhnliches und Besonderes geschafft oder erlebt? Was war für deinen eigenen Körper besonders intensiv schön? Wann hat sich dein Körper besonders kraftvoll und lebendig angefühlt?

    Wenn du an diese Situationen denkst und sie aufschreibst, wie fühlt sich dein Körper dabei an?

     

  • Raus aus der Schwere

    Raus aus der Schwere

    Kennst du das? Bleierne Schwere in deinem Körper, deinen Gefühlen und deinen Gedanken?

    Du fühlst dich verzagt, hoffnungslos oder sogar verzweifelt?

    Deine Gedanken gehen in Richtung: „das schaffe ich nie“, „es ist alles vergebens“.

    In diesem Zustand der Untererregung solltest du nicht verweilen! Mache dir bewusst, dass deine momentanen Gedanken und Gefühle nicht die Realität abbilden, sondern du dich gerade in einer Art negativem Trancezustand befindest.

    Am besten, du tust sofort etwas dagegen!

    Zuerst auf der körperlichen Ebene:

    Beginne damit, deine Hände zu kneten, zu drücken und jeden einzelnen Finger intensiv zu massieren.

    Stelle dich mit dem Rücken an eine Wand, gehe mit deinen Füssen etwas weg von der Wand, so dass deine Unterschenkel senkrecht stehen. Gehe dabei etwas in die Knie und schmelze mit deinem unteren Rücken gegen die Wand. Deinen Schultergürtel fixierst du an der Wand. Jetzt schubbere dich an der Wand und drücke mit deinem Gewicht dagegen, so als würdest du sie wegschieben wollen. Spüre deine Kraft! Es darf etwas anstrengend sein! Beuge deine Knie noch ein bisschen mehr und lasse dich spüren, dass du nicht so ohnmächtig bist, wie du dich eben noch gefühlt hast.

    Dann wende dich deinen Gedanken zu. Lausche achtsam, was sie sagen und schreibe es auf.

    Und dann notiere hinter jedem negativen Gedanken, was du dir sagen würdest, wenn du in deiner Mitte wärest. Oder wenn dein bester Freund, deine beste Freundin zu dir spräche. Öffne dich für eine korrigierende Sichtweise!

    Dann gehe vor die Tür, vielleicht für einen kurzen Spaziergang.

    Oder überlege, ob du jemanden anrufen kannst….jemanden, der sich vielleicht sogar freut, deine Stimme mal wieder zu hören…oder jemanden, der gern ein Weilchen zuhört und dir seine Sicht auf dich oder die Dinge geben kann und dir damit einen kleinen Perspektivwechsel ermöglicht.

    Hat sich dein Trancezustand ein wenig verändert? Fühlst du dich etwas leichter?

    Auch eine kleine Veränderung ist wertvoll! Du selber hast sie bewirkt. Jede Reise von 1000 Meilen beginnt mit dem ersten Schritt :-).

  • Verbundenheit

    Verbundenheit

    Verbundenheit

    In meiner therapeutischen Arbeit denke ich wenig in Kategorien von Abgrenzung und professioneller Distanz. Als heilsam und wirkungsvoll erlebe ich mitfühlende Verbundenheit.

    In einer inneren Haltung des Mitgefühls geht mir meine Arbeit leicht, freudvoll und erfolgreich von der Hand.

    Meine innere Grundhaltung meint nicht Verschmelzung, Distanzlosigkeit oder Mitleiden, die persönlichen Grenzen bleiben selbstverständlich erhalten.

    Ich muss mich nicht an standardisierten Behandlungsplänen entlanghangeln noch müssen evidenzbasierte Verfahren meine Offenheit im Denken und Fühlen einschränken.

    Wir alle sind miteinander verbunden und es hat eine heilsame Wirkung, sich dieser Tatsache bewusst zu werden und in dieser Bewusstheit zu leben. Die eigenen Grenzen kennen und achten verstärkt in uns die Fähigkeit zu Mitgefühl und Verbundenheit. Das Gefühl des Getrennt Seins, der Isolation, welches wir vielleicht mit etlichen Kompensationsstrategien, Anspannungen oder Süchten auszuhalten versuchen, ist ein Gefühl, das unendlich leidvoll ist.

    Eine besonders wirkungsvolle Meditation, deren Ursprünge in der buddhistischen Tradition liegen, kann uns helfen, Mitgefühl und Verbundenheit wie einen inneren Muskel zu trainieren. Sie ist eine universelle Meditation und ich habe häufig erlebt, wie gut sie auch Menschen tut, die mit Religion so gar nichts am Hut haben.

    Wenn du magst, probiere sie aus.

    Meditation der liebenden Güte:

    Möge ich sicher und geborgen sein (wiederhole den Satz in deinem Geist mehrfach, bis du beginnst, ihn wirklich zu fühlen)

    Mögest du sicher und geborgen sein (stelle dir dabei eine Person vor, die mitfühlend mit dir ist oder eine Person, die leidet, wie du)

    Mögest du sicher und geborgen sein (stelle dir eine neutrale Person vor, z.B. eine Kassiererin in einem Laden, den du manchmal besuchst)

    Mögest du sicher und geborgen sein (hier geht es darum, dir eine für dich schwierige Person vorzustellen…gehe langsam dabei vor. Wähle zunächst eine Person, über die du dich vielleicht geärgert hast, zu der du aber wenig emotionale Verbindung hast. Nach einiger Zeit des Übens kannst du dir auch schon mal eine Person vorstellen, die dir Leid angetan hat)

    Mögen alle Wesen auf diesem Planeten sicher und geborgen sein (beziehe alle Wesen auf diesem Planeten in den Kreis deiner liebenden Güte ein. Vielleicht betrachtest du dabei die Erde aus einer Perspektive aus dem Weltall)

    Achtung: Diese Meditation kann eine tiefe Wirkung entfalten und dich tief berühren. Solltest du ein Trauma erlitten haben, gehe beim Üben besonders achtsam vor oder besser übe zunächst nur in Gegenwart eines:r kompetenten Therapeut:in.

  • Abgrenzung

    Abgrenzung

    Die Süddeutsche Zeitung hat einen Artikel veröffentlich mit dem Titel: „Schwarzsehen ist auch keine Lösung“ und plädiert mit dem Verweis auf die Seite „Unsere Welt in Daten“ gegen den Makro-Pessimismus und für den Mikro-Optimismus.

    Für einige meiner Patienten ist das Thema Abgrenzung eine große Herausforderung. Besonders hochsensible Menschen haben damit zu kämpfen, dass sie einfach zu viele Informationen aus der Außenwelt in sich aufnehmen und darüber ihre innere Orientierung, ihren inneren Halt verlieren. Schwarzsehen wird dann schnell zur vielbefahrenen Autobahn in unserem Nervensystem.

    Meiner Erfahrung nach ist eine wirksame Hilfe die Abgrenzung von

    • Negative Schlagzeiten

    Gerade in der heutigen Zeit mögen das die vielen Nachrichten sein über den Zustand der Welt, die politischen Ereignisse, die klimatischen Veränderungen, die wirtschaftlichen Probleme unseres Landes. Ohne die aktuellen Probleme klein reden zu wollen – besonders problematisch sind die Narrative, das dürfen wir nicht vergessen! Negative Zeilen werden im Allgemeinen mit großem Hunger konsumiert, positive Entwicklungen finden viel im Verborgenen statt und verkaufen sich schlecht.

    • Sinnesreize:

    Besonders die urbanen Reize sind laut! Ob künstliches Licht oder Straßenlärm, Werbung, Musik in Einkaufsläden oder im Restaurant, vielen Reizen können wir uns gar nicht entziehen. Eine unser häufigsten Schutzreaktionen ist Abschottung. Die negative Wirkung ist dennoch da und sie färbt unsere Stimmung unruhig und dunkel.

    Die möglichen Sinneswahrnehmungen in der Natur sind in wahrheit gar nicht weniger, dafür aber vielfältiger, leiser, langsamer – man muss sogar genauer hin schauen, lauschen, riechen, schmecken, fühlen. Wie erholsam ist es, viel Zeit in der Natur zu verbringen, um wieder zu lernen, präsent zu sein im hier und jetzt.

    • Energien:

    Besonders feinfühlige Menschen spüren viele Dinge, die gar nicht zu sehen sind, die nicht mit unseren fünf Sinnen zu erfassen sind. Was für eine Ausstrahlung hat das Gegenüber, mein Nachbar, meine Chefin? Ist der Andere gereizt, gestresst, niedergeschlagen, überdreht, überfordert? Überträgt er seine Befindlichkeit ungehemmt auf seine Umgebung? Sucht er sogar unbewusst nach Co-Regulation im Außen?

    Dann ist es wichtig zu schauen: was ist tatsächlich meine Baustelle? Will ich als Mülleimer oder Blitzableiter herhalten? Möchte ich helfen und ist das auch mein Job? Als Elternteil z.B. ist es selbstverständlich meine Aufgabe, für die Kleinen Co-Regulation zu leisten. Als angestellte Mitarbeiterin werde ich dafür sicherlich nicht bezahlt! Als Freund:in auch mal zu zu hören, was meinen Freund:in plagt – das macht eine Freundschaft aus. Als Freund:in fortwährend der Mülleimer sein, das ist sicherlich nicht der Sinn einer Freundschaft – oder?

    Wie kann Abgrenzung funktionieren? Zu aller erst braucht es eine Erlaubnis – ich darf in meiner Energie sein und bleiben. Es darf mir gut gehen. Ja, ich bin sogar zu aller erst für mein eigenes Wohlbefinden verantwortlich!

    Wie kann ich selber eine Schutzhülle kreieren? Vielleicht möchtest du deinen energetischen Muskel trainieren? Hier kannst du meine Hypnoseanleitung genießen. Meine Empfehlung: übe regelmäßig und freue dich über deine innere Veränderung in kleinen Schritten!

    Solltest du feststellen, dass es in dir Blockaden dagegen gibt, dich auf eine gesunde Art ab zu grenzen oder es dir einfach nicht gelingen will, dann kann es daran liegen, dass du selber als Kind wenig Co-Regulation oder dass du in deinem Leben viele Grenzüberschreitungen erfahren hast und der fehlende Schutz (noch) in deiner psychischen Struktur verankert ist.

    Wenn du das spürst, dann hole dir Hilfe. Denn wer sagt, dass es dir nicht gut gehen darf?

  • Veränderung

    Veränderung

    Herzlich willkommen in meinem Blog!

    Ich freue mich sehr, dass du diese Zeilen liest. Das bedeutet, dass du gerade Anteil nimmst an meinem Prozess der Veränderung. Ich beginne über meine psychotherapeutische Arbeit zu schreiben. Jedem Anfang liegt ein Zauber inne und es würde mich zutiefst erfreuen, wenn unsere Gedanken sich hin- und wieder irgendwo treffen, wir in diesen Momenten irgendwie innerlich am selben Ort sind und uns diese Begegnung gegenseitig beflügelt.

    „Das Einzige, was sicher ist, ist die Veränderung“

    Sicher kennst du diesen Satz. Ich finde, dass es sich lohnt, darüber tiefer gehend nachzudenken und hin zu fühlen! Vielleicht nimmst du dir jetzt gleich, in diesem Moment, ein wenig Zeit um inne zu halten und nach innen zu fühlen mit der Frage: was berührt dieser Satz in mir? Beunruhigt er…macht er mich neugierig, gespannt…vielleicht sogar ein wenig aufgeregt?

    Wir alle streben nach Sicherheit – für uns alle, Mensch und Tier, ist es ein Grundbedürfnis, uns sicher zu fühlen.

    Und es geht bestimmt nicht nur mir so, dass Veränderung auch Angst macht, weil sie uns aus dem Gewohnten heraus zieht. Im Vertrauten weiß ich, dass ich der Situation gewachsen bin, dass ich mich auf mich selber verlassen kann. Ich habe etwas gelernt, beherrsche es, vielleicht meistere es irgendwann einmal sogar. Ich weiß, welche Menschen mir nah sind, Halt geben. Ich fühle mich sicher – ein gutes Gefühl. „Das Einzige, was sicher ist, ist die Veränderung“ bedeutet

    • Dinge verändern sich. Energie, Materie ist im Wandel – ein Grundprinzip des Lebens
    • ansonsten gibt es keine Sicherheit: was gestern war, ist vorbei – was morgen sein wird, ist ein Mysterium

    Natürlich gibt es Abstufungen. Situationen, die „sicherer“ oder besser vorhersehbarer sind, als andere. Aber möglicherweise, macht ein Übermaß an Vorhersehbarkeit auch ängstlicher: was wird passieren, wenn ich plötzlich mit Veränderung konfrontiert bin? Ich möchte die Sicherheiten, die ich habe, nicht verlieren. Ich fühle mich vielleicht auch ungeübt – werde ich es schaffen, mich an neue Gegebenheiten anzupassen?

    Innere Sicherheit gewinnen

    Vor Kurzem äußerte eine Klientin bei mir in der Praxis den Wunsch, sich innerlich sicherer zu fühlen. Sie erlebe ihre aktuelle Lebenssituation als unsicher. Es drohe so Vieles im Außen sich zu verändern. Sie stellte sich die Frage, ob sie wohl die Sicherheit zu sehr im Außen suche, eigentlich wünsche sie sich, sich im eigenen Inneren sicher zu fühlen.

    • wenn wir gut mit uns selber verbunden sind dann können uns die unvermeidbaren Veränderungen im Außen nicht so schnell aus der Bahn werfen
    • wir benötigen weniger Energie für den (aussichtslosen) Versuch, die Geschehnisse im Außen zu kontrollieren und wir sind offener das, was gerade ist, bewusst zu erleben und zu genießen
    • wir gewinnen Gelassenheit

    Ich liebe das Bild einer jungen Birke, die sich elastisch vom Wind bewegen lässt – sie muss sich nicht bemühen, gegen den Wind Widerstand zu leisten. Ebenso liebe ich die Vorstellung von einer alten Eiche, die im Laufe ihres Lebens sehr viel Stabilität gewonnen hat. Sie steht fest verwurzelt und unerschütterlich auf ihrem angestammten Platz. Sicherheit erwächst uns nicht im Festhalten, denn das wäre ein Kampf gegen Windmühlenflügel. Mit einem guten Maß an Sicherheit in mir selber, wird das Loslassen oder mit dem Leben zu gehen einfacher. Es begeistert mich immer wieder, wenn ich in meiner Praxis erlebe, dass Menschen sich verändern. Ich freue mich, wenn ich beobachten darf, wie Menschen innerlich wachsen, gelassener oder selbstsicherer werden.

    Ist es nicht toll, dass unser Nervensystem so plastisch ist? Das Veränderung nicht nur im Außen geschieht, sondern auch in unserem inneren Erleben möglich ist?